Beengt, geliebt und verschworen
Ein Besuch in der Kindertagesstätte Fellingshausen
Dienstag, 14. Juli 2026. Wir – das ist der Ortsbeirat – sind verabredet mit der stellv. KiTa-Leiterin Julia Kuhnt (Bild). Pünktlich um 18:30 Uhr treffen wir „Jule“ – so wird sie hier von allen genannt - im angrenzenden Petrus-Gemeindehaus, um von dort den Rundgang zu starten. Im Schlepptau die langjährige Erzieherin Susanne Enzigmüller-Seitz, die früher selbst einmal Leiterin Petra Haus im Bedarfsfall vertreten hat.
Längst sind um diese Zeit alle Kinder abgeholt worden. Die Stille in den Räumen ist der krasse Gegensatz zum Kinderleben, das sich hier auf zwei Ebenen in verschiedenen Räumen abspielt. Die kleine Exkursion beginnt in der Küche: Blitzsauber, aufgeräumt und wohlgeordnet. Zwangsläufig werden bei den Frauen und Männern des Ortsbeirates Kindheitserinnerungen wach und mit einem Schmunzeln denkt der Chronist angesichts von Küchentisch und Bestuhlung an das Märchen von den ‚Sieben Zwergen‘.
Weiter zum Flur mit Garderobenhaken und Schuh-Abstellflächen für 50 Kinder: Eng aber schön! - Nach und nach gewähren uns Jule und Susanne Blicke in alle Räume, ausnahmslos freundlich und praxisorientiert eingerichtet mit kindgerechten Dekorationen. Hier in der KiTa Fuchsbau wird jede Ecke genutzt, eingepasste Schränke schaffen zusätzliche Stell- und Lagerfläche. . Die räumlichen Einschränkungen spüren die Besucher:innen wohl erst, wenn sich hier 50 Kinder aufhalten, die sowohl Bewegungs- und Ruheraum als auch rein funktionale Bereiche (z.B. Küche, Toiletten etc.) benötigen.
Im Laufe der Jahre haben sich Jule, Susanne und sicherlich die gesamte Belegschaft inkl. Leiterin Petra Haus die notwendige Gelassenheit, aber auch ein gehöriges Maß an Organisationstalent angeeignet. „Frühstück und Mittagessen nehmen die Kids in Schichten oder Etappen ein; Gruppenräume werden regelmäßig in Ruheräume und Essensräume umfunktioniert und umgekehrt; der Personalraum für die Mitarbeiterinnen dient gleichzeitig als Büro für die stellv. Leiterin und wird überdies im Bedarfsfall für Elterngespräche hergerichtet“, skizziert Jule die bisweilen mehrfachen Auf- und Umräumarbeiten während des Tagesablaufs. - „Aber das alles hat sich prima eingespielt und klappt nahezu problemlos“ relativiert Jule das Geschehen im gleichen Atemzug.
Beim Blick auf das Außengelände fällt die schmucke, halbrunde Sitztribüne auf – kürzlich von Mitarbeitern der Seniorenwerkstatt neu erstellt, nachdem das bisherige Rondell nach fast 30 Jahren Auflösungserscheinungen aufwies. Nicht so problemlos stellt sich der Zustand der ebenfalls in die Jahre gekommenen Bergrutsche dar. Soll heißen: Der TÜV hat das Bauwerk aus sicherheitsrelevanten Überlegungen nicht mehr freigegeben. Der Berg muss abgetragen und die Fläche begradigt werden, damit danach ein neues multifunktionales Spielgerät mit einer neuen Rutsche und weiteren Spielmöglichkeiten entstehen kann.
Die Zeit drängt, erlaubt uns aber noch Fragen, die mit Blick auf die nahe und fernere Zukunft der KiTa Fuchsbau gestellt werden sollten:
Das Interview:
Ortsbeirat: In einigen Ortsteilen gibt es Überkapazitäten. Wie sieht das im „Fuchsbau“ aus?
Jule: Davon kann hier absolut keine Rede sein. Für die kommenden 2 Jahre sind wir zu 100% belegt.
Ortsbeirat: Besteht die Gefahr, dass wegen der engen Verhältnisse im „Fuchsbau“ bei gleichzeitig anderweitig bestehenden Überkakpazitäten einzelne Kinder oder sogar eine komplette Gruppe aus Fellingshausen verlegt werden könnte?
Jule: Wir stellen die engen Verhältnisse lediglich fest, jammern oder beschweren uns aber keinesfalls. Die Kinder und ihre Betreuerinnen fühlen sich sehr wohl. Und insbesondere berufstätige Eltern wissen die absolute Verlässlichkeit im Fuchsbau zu schätzen. Extrem selten gibt es bei uns aus personellen Gründen Stundenausfälle. Das ist eine der maßgeblichen Stärken aus Sicht der Elternschaft. Die Kinder lieben ihren „Fuchsbau“. Die Eltern bewegen sich mit ihren Kindern auf derselben Linie. Kinder, Eltern und Erzieherinnen sind eine verschworene Gemeinschaft.
Ortsbeirat: Mit dem Neubaugebiet Dreispitz III wird Fellingshausen wachsen. Und damit vermutlich auch die Zahl der Kinder. Wie ist der Stand der Dinge aus Fuchsbau-Sicht mit der vor einiger Zeit diskutierten Erweiterung?
Jule: Soweit wir wissen, liegen Pläne in der Schublade. Aber die Beurteilung dieses Sachverhaltes ist in erster Linie ein Thema zwischen Gemeinde Biebertal und dem Dekanat. Vielleicht kann der Ortsbeirat diesbezüglich die Diskussion neu anstoßen.
Ortsbeirat: Das werden wir versuchen!
Vielen Dank für die Führung im „Fuchsbau“ und die Beantwortung unserer Fragen.
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Ortsbeirat Fellingshausen